Was passiert mit dem Verkaufspreis, wenn die Zinsen steigen ? Montag, 20 August 2018

Das Handelsblatt hat sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt, auch in Bezug auf Immobilien. Als Beispiel wurde ein durchschnittlicher Privathaushalt gewählt, der ein freistehendes Einfamilienhaus für 500.000,- Euro kauft und 100.000,- Euro Eigenkapital mitbringt. Für die Finanzierung dieses Immobilienkaufs bringt die Familie mit 3.314,- Euro durchschnittlichem Monatseinkommen 35 % des Haushaltsnettoeinkommens auf. Steigen die Zinsen bei ansonsten unveränderten Rahmenbedingungen von derzeit 1,5 % auf 3 % entspricht dies bereits 50% des Hauhaltnettoeinkommens. Kehren die Zinsen auf das alte – damals als günstig angesehene Niveau – von 5% zurück, würde der Immobilienkauf 70% des Haushaltnettoeinkommens verschlingen und der Kauf dieser Immobilie nicht mehr möglich sein.
Diese Nicht-Finanzierbarkeit des Immobilienkaufs würde die Mehrheit der Kaufinteressenten treffen. Und die Preise für Immobilien drücken. Bei einem Anstieg der Zinsen auf 3% ist rechnerisch ein Kaufpreisrückgang um 24% zu erwarten. Bei einem Anstieg auf 5% beträgt der zu erwartende Wertverlust bereits 40% zu heute. Und wer sagt denn, dass bei 5% Schluss ist?

Was könnte passieren? Viele Objekte werden nicht mehr finanzierbar und somit unverkäuflich - Viele Eigentümer behalten Ihre Häuser - Käufer müssen höhere Monatsbelastungen tragen - Es werden verstärkt kleinere und nicht modernisierte Objekte gekauft.
Wahrscheinlich ist eine Mischung der Konsequenzen für viele Immobilieninteressierten. Bei leichtem bis spürbarem Preisrückgang wird etwas kleiner und einfacher gekauft und eine tragbar erhöhte Monatsbelastung akzeptiert. Aber für einige wird der Traum von den „Eigenen 4 Wänden“ dann wieder unerreichbar werden.

Quellen: Eigene Recherche, Handelsblatt, Interhyp, Statistisches Landesamt

Deutsche lieben Barzahlung Freitag, 10 August 2018

Eine Studie der Europäischen Zentralbank zeigt, dass Bargeld vor allem bei uns Deutschen weiterhin sehr beliebt ist. Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins zum Jahresende 2018 wird sicher nicht das Ende des Bargelds einläuten. Denn Bargeld ist sicher, anonym und schnell verfügbar. Und jeder Deutsche hat im Schnitt 103 Euro Bargeld in der Geldbörse. Dabei haben Männer im Schnitt 12 Euro mehr dabei als Frauen. Schon hinter der nächsten Grenze in Österreich sind es nur noch 89 Euro. Die Franzosen mit 32 Euro und die Portugiesen mit nur noch 29 Euro legen weniger Wert auf Bargeld. Auch beim Bezahlen sind die Deutschen mit 80% Barzahlung hinter den Italienern und Spaniern mit 86% bzw. 87% in der Spitzengruppe. Und mehr als 25% der 65.000 Befragten in 19 Ländern horten Bargeld als Reserve Zuhause. Gerne in 200 und 500 Euro Banknoten.

Quellen: Eigene Recherche, LBS aktuell, EZB

So lange zahlen Sie Ihre Immobilie ab Donnerstag, 02 August 2018

In Deutschland ist die Attraktivität von Wohnimmobilien immer weiter gestiegen. Und auch die Preise kennen nur eine Richtung = aufwärts.

Ob der Traum vom Eigenheim noch finanzierbar ist, beantwortet z.B. der Postbank Wohnatlas. Für diesen hat das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Immobilienmärkte in 401 kreisfreien Städten und Landkreisen deutschlandweit untersucht hat.

So kann bei einer Tilgungsdauer von ca. 20 Jahren in Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum und Wuppertal, der Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung bereits mit einer Monatsrate von unter 500 Euro finanziert werden. In Bonn oder Hannover bleibt die Rate bei gleicher Tilgungsdauer ebenfalls unterhalb der 1.000 Euro-Schwelle. Nur in 25 der untersuchten Städten und Kreisen werden mehr als 1.000 Euro monatlich fällig.

Im Rekordtempo schuldenfrei ! Weniger als 1.000 Euro monatlich zahlen – das geht in 327 Kreisen, sobald ein anfänglicher Tilgungssatz von sechs Prozent mit einer Laufzeit von 14 Jahren und 1 Monat vereinbart wird. In 227 Kreisen ist diese Turbo-Tilgung sogar für weniger als 750 Euro monatlich zu haben.

Eine kurze Tilgungsdauer ermöglicht auch der Generation 50+ gute Chancen für den Immobilienkauf. Wer durch den Verkauf der aktuell genutzten Immobilie, der Auflösung eines Depots oder Auszahlung einer Lebensversicherung mehr Eigenkapital als die in der Regel geforderten 20% hat, kann die Tilgungsbelastung und Finanzierungsdauer kräftig reduzieren.

Käufer müssen unbedingt das Zinsrisiko beachten. Steigende Zinsen können für die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindungsfrist höhere monatliche Belastungen nach sich ziehen oder eine Verlängerung der Tilgungsdauer mit sich bringen. Es ist auf eine möglichst lange Zinsbindungsfristen zu achten. In der aktuellen Niedrigzinsphase sind Volltilger-Darlehen ideal, denn hierbei läuft die Zinsbindung bis das Darlehn komplett getilgt ist. Mit langer Zinsbindungsfrist sichert sich der Käufer die momentan günstigen Zinsen und gewinnt Planungssicherheit durch stabile Ratenzahlungen hinzu.

Wer mit dem Erwerb von Wohneigentum liebäugelt, sollte nicht zu lange warten. Die Phase niedriger Zinsen könnte schon bald vorbei sein.

Quellen: Eigene Recherche, Postbank, ImmoCompact, Hamburger WeltWirtschaftsInstitut, Foto: rioblanco / 123RF Standard-Bild

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