Musizieren nur 3 Stunden ! Freitag, 15 November 2019

Zu Hause Musik machen – ob alleine oder zu mehreren – ist eine übliche Freizeitbeschäftigung und entfaltet Lebensfreude. Einschließlich des dazugehörenden Übens ist es gemäß Bundesgerichtshof grundrechtlich zur freien Entfaltung der Persönlichkeit geschützt. Nachbarn müssen dies solange hinnehmen, solange es nicht unzumutbar ist. Aber genau diese Einschätzung führt immer wieder zu Streit zwischen den Nachbarn. Der Bundesgerichtshof hat jetzt geurteilt, dass an Werktagen grundsätzlich 2 bis 3 Stunden und an Sonn- und Feiertagen 1 bis 2 Stunden Musizieren und oder Üben zulässig und zumutbar sind.

Quellen: Eigene Recherche, LBS aktuell, BGH AZ V ZR 143/17, Foto wohnträume

Badumbau bei Home-Office nicht abzugsfähig ! Mittwoch, 06 November 2019

Home-Office Arbeitsplätze sind heute keine Ausnahme mehr. Und wer Zuhause arbeitet kann das Finanzamt an den anteiligen Aufwendung für das Home-Office beteiligen, wenn die Rahmenbedingungen für das Home-Office erfüllt werden. Und wer Zuhause arbeitet benutzt dazu auch die Diele und das WC. Ähnlich der Nutzung in einem externen Büro. Mit dieser Begründung wollte ein Selbständiger mit Home-Office das Finanzamt - anteilig gemäß der Größe seines Home-Office an der Gesamtwohnung - an den Kosten für die Bad- und Dielensanierung beteiligen. Als dies verwehrt wurde klagte der Selbständige bis zu Bundesfinanzhof. Dieser urteilte: Zu den steuerlich abziehbaren Aufwendungen für ein Home-Office gehören nur die Aufwendungen für die Räume, die lediglich im untergeordneten Umfang privaten Wohnzwecken dienen. Für WC, Bad, Küche und Diele trifft dies nicht zu.

Quellen: Eigene Recherche, LBS aktuell, Bundesfinanzhof AZ VIII R 16/15

Ende gut – nicht immer alles gut ! Montag, 28 Oktober 2019

Ein bisher reibungslos verlaufenes Mieter-Vermieter-Verhältnis wird beim Auszug oft wegen Schäden, Schönheitsreparaturen oder der Kaution ungemütlich. Denn schon die Neuvermietung nach der fristgerechten Kündigung des Mieters belastet das noch laufende Mietverhältnis durch Besichtigungen mit Mietinteressenten. Oft vergessen die ausziehenden Mieter bei ihrer damaligen Wohnungssuche ebenfalls an Innenbesichtigungen interessiert gewesen zu sein. Einige Tage im Voraus besprochene Sammelbesichtigungstermine sollte der ausziehende Mieter einmal pro Woche akzeptieren. Am Tag der Übergabe werden sämtliche Schlüssel zurückgegeben und sinnvollerweise ein Übergabeprotokoll gefertigt. Hierfür gibt es zahlreiche Vordrucke im Internet und bei den Fachverbänden. Die Rücknahme verweigern darf der Vermieter selbst dann nicht, wenn die Mietsache nicht den seinerzeit beim Bezug vereinbarten Anforderungen entspricht. Er kann aber nach der Rücknahme der Mietsache die nicht erfüllten Anforderungen beheben lassen und dem Mieter in Rechnung stellen oder dem Mieter eine Frist zur Nachbesserung gewähren. Grundsätzlich ist der Vermieter berechtigt, später festgestellte Schäden oder Mängel an der Mietsache innerhalb von 6 Monaten nach der Übergabe geltend zu machen. Ist die Wohnung in tadellosem Zustand oder wurden etwaige Mängel oder Schäden beseitigt, kann der Vermieter die Kaution nebst Zinsen zurückgeben. Sinnvollerweise behält er allerdings einen angemessenen Teilbetrag für etwa noch zu erwartende Nachzahlungen aus der Betriebskostenabrechnung zurück, bis das Mietverhältnis nach der letzten Betriebskostenabrechnung vollständig abgewickelt ist.

Quellen: Eigene Recherche, LBS aktuell, Haus.de ; Foto: Wohnträume

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